Stellungnahme zum Verbot der Gruppe „Die wahre Religion“

Die Säkularen Muslime befürworten das Verbot der salafistischen Gruppe „Die wahre Religion“, die in jüngster Zeit vor allem durch die Koranverteilaktion „LIES“ und Patrouillengänge der selbst ernannten Sharia Police durch deutsche Großstädte auf sich aufmerksam machte.
Wir stehen ganz klar für Demokratie und Menschenrechte ein und lehnen Organisationen und Gruppen, die einen politischen Islam propagieren, entschieden ab.

Die Gruppe „Die wahre Religion“ bekennt sich offen zu Extremismus, Dschihadismus und verfassungsfeindlichen Positionen. Ein Verbot dieser Gruppe war längst überfällig. Zu viele junge Menschen wurden von ihr als Kämpfer rekrutiert und in die Kriegsgebiete des Nahen Ostens geschickt. So ein Vorgehen muss zwingend unterbunden werden.
Ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Überzeugungen kann nur auf der Grundlage der durch die Verfassung gewährten Grundrechte gelingen.

Die Diskriminierung Andersgläubiger, die Benachteiligung von Frauen, die Verteufelung von selbstbestimmter Sexualität, die Verharmlosung bzw. Idealisierung von Gewalt und eine auf Zwängen und Vorschriften basierende Lebensweise wie sie von Salafisten gefordert wird, steht der Integration der Muslime und dem sozialen Frieden entgegen und ist stellenweise auch nicht mehr durch die Religionsfreiheit gedeckt.

Im Kampf gegen extremistische und salafistische Strömungen sind Aufklärung und Prävention die Mittel der Wahl. Säkulare und liberale Muslime sind hier wichtige Ansprechpartner. Sie scheuen sich nicht, notwendige innerislamische Diskussionen zu führen, die eigenen Dogmen und religiösen Vorstellungen kritisch zu hinterfragen und Alternativen aufzuzeigen, die besonders jungen Menschen helfen können, ihren Platz in dieser Gesellschaft zu finden.